Belaruscoins

Alles über die Münzen aus Belarus

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Rückblick – Vorschau

Januar 10th, 2010 · 2 Kommentare

Das Jahr 2009 liegt hinter uns, der Weihnachts- und Neujahrsurlaub ist auch schon wieder Geschichte und allgemein ist es so üblich, die vergangenen 12 Monate noch einmal an seinem geistigen Auge vorbeiziehen zu lassen. Auch ich möchte mich diesem Trend anschließen, natürlich mit der ganz speziellen Sicht auf unser Hobby.
Die Nationalbank der Republik Belarus hat im vergangenen Jahr einen neuen „persönlichen“ Rekord aufgestellt, sie hat insgesamt 64!!! Münzen verausgabt. In meinen Augen sicherlich ein „Rekord“, den keiner braucht und die wenigsten Sammler wünschen. Zumal die Nationalbank auch ihrer schlechten Tradition treu blieb, eine nicht unbeträchtliche Zahl neuer Münzen in der letzten Dezemberwoche auszugeben. Eigentlich sollte es besser Ankündigung heißen, erfahrungsgemäß erscheinen wohl erst im Laufe des Frühjahrs die letzten Ausgaben 2009. Die Preise für die letzten Münzen liegen zwar noch nicht fest, aber wenn es jemandem gelingen sollte , alle Münzen zum Bankausgabepreis zu erwerben, so muß er wohl um die sechs Millionen Rubel oder ca. 1500 Euro investieren. Ich denke, die Schmerzgrenze ist bei vielen Sammlern schon längst erreicht und/oder überschritten.
Auch einer anderen Tradition, einer guten Tradition ist die Nationalbank treu geblieben: Die Münzen 2009 sind wie immer fast durchweg künstlerisch sehr gut gelungen mit teilweise sehr originellem Design. Meine persönlichen Favoriten des letzten Jahres sind der WEIßSTORCH, SPASY und STROHFLECHTEN. Auch das EICHHÖRNCHEN wird wohl noch in diese Liste aufgenommen werden. Positiv überrascht war ich vom 65. JAHRESTAG DER BEFREIUNG. Endlich einmal keine stereotypische Abhandlung dieses regelmäßig wiederkehrenden Themas. Mit Spannung habe ich die TIERKREISZEICHEN erwartet, ist doch dieses Thema gefühlte einhundert mal von verschiedenen Ländern aufgegriffen worden. Man wirft mir jetzt vielleicht vor, durch die belarussophile Brille zu schauen, aber „unsere“ Serie ist die mit Abstand schönste und originellste weltweit. Allerdings hätte ich mir gewünscht, daß man maximal zwei Münzen pro Jahr verausgabt.
Wenig bekannt dürfte bis jetzt sein, daß es vom SKORPION eine Variante gibt. Zum Jahreswechsel war ich in Moskau und habe diese mit eigenen Augen gesehen. Normalerweise schaut der Skorpion in Richtung 10:30 Uhr, es gibt aber auch Exemplare, bei denen auf Grund einer Stempeldrehung die Blickrichtung 1:30 ist. Variante Skorpion

Der Skorpion schaut in verschiedene Richtungen. Im Spiegel kann man erkennen, daß das belarussische Staatswappen auf beiden Münzen auf 12:00 Uhr steht. (Bildqelle: www.belnumismat.na.by)

Die CuNi-Variante habe ich selber in den Händen gehalten und soll gar nicht so sehr selten sein. In Silber soll es diese Variante auch geben, allerdings habe ich dafür noch keine Beweise.
Münzen wie 80 JAHRE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN und 10 JAHRE UNIONSSTAAT erfreuen sich erfahrungsgemäß keiner großen Beliebtheit, sind aber für das nationale Selbstverständnis und die Geschichte eines souveränen Staates wichtig. Überhaupt nicht nachvollziehbar ist für mich allerdings, warum ein Binnenland wie Belarus eine Serie auf Segelschiffe ausgibt, worin die Verbindung zwischen den 3 MUSQUETIEREN und Belarus besteht.

Seit einigen Wochen ist der Ausgabeplan für 2010 veröffentlicht. Leider ist dieser Plan der umfangreichste der letzten Jahre und wenn man bedenkt, daß bisher alle Pläne zum Ende eines Jahres noch einmal korrigiert (sprich: erweitert) wurden, müssen wir auch in diesem Jahr mit erheblich steigenden Ausgaben für unser Hobby rechnen.
Ich persönlich erwarte mit großem Interesse die RELIGIONSGEMEINSCHAFTEN, die ORTHDOXEN WUNDERTÄTIGEN IKONEN und die ORTHDOXEN KIRCHEN

Tags: Allgemein

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 sammler // Jan 17, 2010 at 12:00

    Vielen Dank. Sehr interessant zu lesen.

  • 2 medveshonok // Jan 23, 2010 at 11:23

    ich befürchte, dass trotz schöner Motive das Sammelgebiet Belarus durch die exzessive Ausgabepolitik Schaden nimmt. Wer soll den 30 oder 40 Münzen im Jahr kaufen ? Und dann in Auflagen, die höher sind aus die von anderen, international bekannteren oder über eine grösseren eigenen Markt verfügenden Sammelgebiete. Beispiel Litauen, Lettland, teilweise richtig teuere und seltene Münzen, aber nur ca 4 pro Jahr, und da haben sich Stückzahlen über 5000 als zuviel erwiesen.
    Ukraine, Kaszachstan haben auch umfangreiche Münzprogramme, aber nicht so viel wie Belarus, und vor allem: westentlich grösseren Inlandsmarkt. —- Kurz: meine Befürchtung: die ganzen neuen Ausgaben bekommt man in 2 jahren zum Silberpreis. Der mag zwar dann auch höher sein, aber das konsequente Sammeln aller Neuauflagen habe ich aufgegeben, und mehrere Freunde dto. Und was noch schlimmer für die Aussichten ist: selbst wenn wir kaufen, kaufen wir nicht mehr spekulativ alles 2-3 mal … 7000 oder gar 10000er Auflage werden sich folglich als unverkäuflich erweisen, Sammler werden sich beschränken, z.b. auf Schiffe, Tiere, Goldmünzen. (die Eichhörnchen sind ja wieder wunderschön, die kaufe ich sicher, aber sicher auch nicht zum Ausgabepreis)

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