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Heilige der orthodoxen Kirche

Dezember 3rd, 2009 · 2 Kommentare

DIE HEILIGEN DER ORTHODOXEN KIRCHE
oder DAS CHAOS NIMMT KEIN ENDE

Zugegeben, die Überschrift klingt etwas reißerisch, vielleicht sogar blasphemisch. Ich möchte aber keinesfalls den Gläubigen unter uns zu nahe treten, sondern auf einen beinahe absurden Fakt in der Ausgabepolitik der Nationalbank der Republik Belarus aufmerksam machen.
Am 19. November 2008 veröffentlichte die NBRB den Beschluß Nr. 384 über die Ausgabe von Gedenkmünzen in Gold und Silber auf die Heiligen der orthodoxen Kirche. Gemäß diesem Beschluß sollten je bis 1000 Goldmünzen in der Qualität „PP“ und je bis zu 14 000 Goldmünzen in „Brillant unzirkuliert“ ausgegeben werden. Bei den Silbermünzen wurden die Zahlen bis 5000 Stück in „PP“ und bis 25 000 Stück in „Brillant unzirkuliert“ angegeben. Als dann Anfang des Jahres 2009 die „Heiligen“ auch endlich im freien Verkauf erschienen, tauchten auf der offiziellen Internetseite der NBRB für die Münzen in Ag ganz andere Zahlen auf, jetzt wurden alle jeweils bis zu 30 000 Silbermünzen in „Polierter Platte“ geprägt.
Auf der World Money Fair 2009 in Berlin hatte ich die Gelegenheit, mit dem Direktor der Münzprägestätte Warschau zu sprechen. Als wir zum Thema „Heilige der orthodoxen Kirche“ kamen, sagte er mir unmißverständlich, daß alle Münzen dieser Serie, sowohl die goldenen als auch die silbernen, in der höchsten Qualität „PP“ geprägt wurden. Und der Mann sollte wissen, wovon er redet, schließlich kommen diese Münzen ja aus seiner Fabrik in Warschau.
In dieser Woche wurde bekannt, daß es einen weiteren Beschluß der Nationalbank (Nr. 362 vom 5. November 2009) gibt. Gemäß diesem Beschluß sind jetzt folgende Zahlen aktuell: Von den Münzen in Au erscheinen je bis 4 000 Stück in „PP“ und je bis zu 11 000 Stück in „Brillant unzirkuliert“. Bei den Silbermünzen lauten die Zahlen jetzt 28 500 (für „PP“) und 1500 (für „Brillant unzirkuliert“).
Dieser Zahlensalat ist für mich nicht nachvollziehbar und einer Nationalbank unwürdig. Bleibt nur zu hoffen, daß sich derartige „Korrekturen“ nicht wiederholen oder gar Normalität werden.

Tags: Allgemein

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 medveshonok // Dez 6, 2009 at 22:58

    dann müsste die 1500 BU ja richtig wertvoll werden … falls sie dann doch noch auftauchen !

    Von den Goldmünzen sind sicher höchstens die 4000 geprägt (was auch bei dem schönen Motiv nicht wenig ist) … wahrscheinlich aber wohl weniger .. die 11.000 sind dann wohl nur eine Option, können also auch in 10 Jahren noch geprägt werden, wenn man mal Geld braucht.

    Leider macht die cbr in Moskau ähnliche Spielchen: die neue 3 Rubel Bärenmünze ist als 7500er angekündigt, und steht es auch unverändert im “issue plan” … veröffentlicht wurde die dann aber bei der Ausgabe als 5000er Auflage .. COAs mit weiteren Angaben gibts ja in Russland nicht, also bleibt die Ungewissheit, ob “issue plan” oder Ausgabeveröffentlichung fehlerhaft war ..

    nur die Australier haben aus der Verärgerung gelernt: 12 Jahr lang hat man die Lunare geprägt, teilweise sogar die Jahre bis 2012 im Voraus verkauft. Emus hat man 2008 neue 1998ger geprägt. … Neuerdings werden alle Münzen nur im Jahr des Prägedatums verkauft (oder ab November des Vorjahres) und am Jahresende werden die definitiven Stückzahlen veröffentlicht (und der Rest eingeschmolzen)

  • 2 Mario // Dez 7, 2009 at 22:44

    Interessanter Gedanke, das die BU-Heiligen wertvoller sein könnten, als die in PP.

    Der 3 Rubel Bär aus Moskau wurde im Plan mit bis zu 7500 angekündigt, man hat sich also die Option einer kleineren Auflage offen gelassen. Und letztlich auch genutzt. Übrigens, vor kurzem gab es in Minsk eine “wissenschaftliche Konferenz” mit dem Thema: Wie führt man den belarussischen numismatischen Markt aus seinem Schattendasein. Dort verkündete der Vertreter der russischen Zentralbank, daß für Rußland die Auflagenhöhe von 5000 Stück (bei den 3 Rubel Stücken) optimal sei. Wenn wir uns den Plan 2010 anschauen, dann sehen wir, daß die Russen schon langsam dazu übergehen.

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